im Internet in "DSL für Dresden"

Warum gibt es nicht überall in Dresden DSL?

Wenn man der Deutschen Telekom AG diese Frage stellt, ist schnell eine einfache Antwort parat: "Sie sind mit Glasfaser angeschlossen."

Warum gibt es denn kein DSL über Glasfaser?

Der DSL-Anschluss, der von der Telekom angeboten wird, beruht auf einer weit verbreiteten Technik, die grundsätzlich nur mit Kupferkabeln realisierbar ist.

Das Telekommunikationsnetz in Deutschland gilt weltweit als eines der modernsten. Als in Deutschland die Mauer gefallen ist, hatte die Telekom im Osten Deutschlands die große Aufgabe, allen Haushalten einen Telefonanschluss anzubieten und verbaute ein riesiges Glasfaser-Netz. Ein Glasfaser-Kabel ist dem Kupfer-Kabel grundsätzlich hoch überlegen. Aber Glasfaser ist nicht gleich Glasfaser; denn auch hier gibt es verschiedene Technologien. Da damals bei der Telekom vermutlich noch niemand über einen kostengünstigen Breitbandanschluss nachgedacht hat (das Internet steckte noch in den Kinderschuhen), wurde eine Technik verbaut, die aus heutiger Sicht einen günstigen Zugang ins Internet nicht möglich macht.

Nach einigen Pilotprojekten in Ostdeutschland hat die Telekom entschieden, dass ein Breitbandanschluss auf Glasfasertechnik zu teuer ist. Die Technik ist durchaus vorhanden (Stichwort VDSL) und wird auch in einem Pilotprojekt in Hamburg von HANSENET erprobt. Allerdings ist die von der Telekom eingesetzte Infrastruktur nur durch z.Zt. hohe Kosten Breitband tauglich zu machen (z.B. müsste jeweils in der Vermittlungsstelle und den Verteiler-Kästen an der Straße Hardware ausgetauscht werden).

Wie kostenintensiv das Ganze ist, sieht man an der Vorgehensweise der Telekom im Osten unseres Landes. Es wurde entschieden in den Ballungszentren wieder die Straßen aufzubuddeln, um Kupferkabel zu verlegen.

Soweit ein paar Hintergrund-Informationen zum modernen Telekommunikations-Netz in Deutschland. In wenigen Jahren kann die Situation aufgrund der technischen Entwicklung schon wieder anders aussehen (wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass man soviel aus der Kupferlitze herausholen kann).

Alternativen zu Festnetz-DSL

WiMAX

Was ist WiMAX?

WiMAX steht für Worldwide Interoperability of Microwave Access und benennt eine Funktechnologie für Stadt- und Regionalnetzwerke, die auf dem Standard 802.16-2004 des IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) basiert. Entwickelt, um Unternehmen und Privathaushalte drahtlose Breitband-Anschlüsse auf DSL/T1-Niveau über die so genannte letzte Meile zu ermöglichen, revolutioniert WiMAX die Möglichkeiten, Anwender mit Breitband- Internet zu versorgen.

Standards und Integration:

WiMAX wurde als standardbasierter Ansatz in der Breitband-Funktechnologie konzipiert. Das ebnet den Weg für einen breiten Einsatz von WiMAX-Geräten und vereinfacht zudem die Einrichtung von Breitband-Anschlüssen. Carrier und Gerätehersteller profitieren von niedrigeren Gerätekosten und dem Rationalisierungseffekt durch höhere Produktionszahlen. Zudem hat WiMAX die nötige Performance, um Dienste mit hohen Datendurchsatzraten in Carrier-Qualität zu bieten. Eine herkömmliche WiMAX-Basisstation bietet genug Bandbreite, um Standleitungen für viele Unternehmen einzurichten und hunderte von Haushalten mit Breitband-Internet zu versorgen. Die vergleichsweise niedrigen Kosten von WiMAX-Netzwerken einerseits und der wachsende Bedarf nach Breitbandanschlüssen in unterversorgten oder unerschlossenen Gegenden andererseits, eröffnet WiMAX ein enormes Marktvolumen. Damit haben WiMAX-kompatible Lösungen bald das Potenzial, die digitale Kluft in der Bevölkerung zu schließen.

WiMAX-Marktsegmente:

WiMAX ist für eine drahtlose Übertragung mit großer Reichweite konzipiert. Städte, die bereits über DSL- oder Kabel-Dienste verfügen, finden in WiMAX eine ideale Technologie, um Lücken in der Abdeckung zu schließen oder um die Reichweite von Breitband-Anschlüssen auch über den Stadtkern hinaus auszudehnen. Zudem eröffnet WiMAX den Weg für mobile Breitbandanschlüsse. Hardware gemäß des in der Entwicklung befindlichen Standards 802.16e wird dazu in der Zukunft in Laptops oder andere mobile Geräte eingebaut. Das wird Nutzern eine schnelle Internet-Verbindung ermöglichen, auch wenn diese die Reichweite eines WLAN-Hotspots verlassen. WiMAX-Systeme sind hoch skalierbar und konfigurierbar. So können Systeme schnelle und einfach jedem Nutzer die gewünschte Bandbreite zuweisen. Ob in einer weitläufigen ländlichen Umgebung oder einer großen Stadt, WiMAX kann schnell eine Vielzahl an Nutzern erreichen.

WiMAX-Entwicklung:

Die WiMAX-Technologie wird in zwei Stufen umgesetzt.
Zunächst wird WiMAX (802.16-2004) als feste drahtlose Zugangslösung über Gebäude- oder Freiland-Antennen verfügbar sein. Dies ist eine attraktive Lösung für Carrier in infrastrukturschwachen Ländern, die einfache und kostengünstige Installationen für Ihre Kunden suchen.
In einer zweiten Stufe wird WiMAX (entsprechend der Standarderweiterung 802.16e) um Stromspar- und mobile Funktionen erweitert. Dies wird es Anwendern ermöglichen, eine Internet-Verbindung aufrecht zu erhalten, auch wenn sie unterwegs sind und von einer Funkzelle zur nächsten wechseln.

Fazit:

WiMAX ist derzeit die wohl beste Alternative, eine flächendeckende Breitband-Versorgung in kürzester Zeit in Dresden sicher zu stellen.

PowerLine - Übertragung der Daten über das Stromnetz

Die Drewag bietet in Striesen, Blasewitz und Tolkewitz "Internet aus der Steckdose" an. Leider sind die Datenraten zu den Hauptnutzungszeiten nicht wesentlich höher als ISDN. Es kommt zu Schwankungen der verfügbaren Bandbreite in Abhängigkeit davon, wie viele Nutzer gleichzeitig auf das Internet zugreifen. Auch wenn die Drewag mit dieser Investition Pioniergeist bewiesen hat, überzeugt das Preis-Leistungs-Verhältnis unseres Erachtens nicht.

Internet über TV-Kabel

Auch auf die Übertragung der Daten über das TV-Kabelnetz wurden große Stücke gesetzt. Mittlerweile gibt es sogar einige Regionen in Deutschland, in denen dieser Zugang erfolgreich angeboten wird. Leider ist das Kabelnetz in Deutschland zu großen Teilen nicht rückkanaltauglich (es ist möglich Daten zu empfangen, jedoch nicht zu senden). Eine Umrüstung der Kabelnetze ist insbesondere dann mit großem organisatorischen Aufwand verbunden, wenn die Gebäude einer Wohngegend unterschiedlichen Eigentümern gehören. Aber wer die Tageszeitung verfolgt, weiß, dass in diesem Markt noch immer Bewegung ist. Hier kann sich also vielleicht noch etwas tun.

Internet via Satellit

Mit einer digitaltauglichen Schüssel (der LNB ist entscheidend) und einem entsprechenden DVB-S Endgerät (dies kann z.B. eine PC-Karte oder ein StandAlone-Digitalreceiver sein) ist es möglich, Daten von einem Satelliten zu empfangen. Auf diesem Markt gibt es diverse Anbieter, z.B. die Telekom, die ihr Angebot immer gerne uns Dresdnern als Alternative zu DSL anbieten möchten. Was die Übertragungsraten anbelangt, kann das Internet via Satellit bei entsprechenden Tarifen auch durchaus bzgl. der Datenraten mithalten. Das Problem sind unter anderem die Kosten. Da man dem Provider ja irgendwie mitteilen muss, welche Daten man eigentlich Empfangen möchte (z.B. durch Eingabe einer Adresse im Browser), benötigt man noch zusätzlich eine Datenverbindung via ISDN oder Modem zum Provider. Da es keine Schmalband-Flatrates gibt, entstehen hier also unter Umständen hohe Verbindungskosten. Es gibt von Strato (Sky-DSL) ein Angebot, bei dem die Verbindung nur für die Dauer der Anfrage und Übertragung aufgebaut wird und sekundengenau abgerechnet wird, aber nach eigener Erfahrung funktioniert dies eher träge. Für größere Downloads ist auch dieses System zu teuer.
Interessanter sind da schon eher die bidirektionalen Sat-Zugänge z.B. von SatLynx, die in Europa von Tiscali vertrieben werden. Bei dieser Variante werden die Daten ins Internet über eine sendefähige Schüssel zum Satelliten übertragen. Die Investitionskosten sind hoch, aber hier ist es zumindest möglich, eine Flatrate zu erhalten. Die Kosten stehen aber nicht im Verhältnis zur Leistung. Der Zugang ist bedingt durch die langen Laufzeiten des Signals einfach sehr träge.

Wireless-LAN (WLAN)

Da dies keine Technik-Seite ist, fasse ich einfach mal alle Funk-basierten Zugänge unter WLAN zusammen. Natürlich gibt es verschiedene Techniken. Und gerade dieser Markt ist z.Zt. stark in Bewegung. Die Abkürzung WLAN steht für Wireless LAN, also ein kabelloses Netzwerk. Mittlerweile ist diese Übertragungsart weit verbreitet und jeder hat sicher in dem Zusammenhang schon mal den Begriff Hotspot gehört. Hotspots sind Internet-Access-Points, an denen man sich mit einem Endgerät (z.B. PDA oder Notebook), das WLAN-fähig ist, anmelden kann und dann kabellos Zugriff auf das Internet (oder andere Netze, zum Beispiel das Intranet in einer Firma) hat. Das Standard-WLAN hat leider keine allzu große Reichweite. Ein guter Hotspot kann vielleicht einen Umkreis von einen Kilometer bedienen, wobei die Übertragungsgeschwindigkeit bei schlechterer Verbindung abnimmt. Mit ein wenig Bastelei kann man die Reichweite aber erhöhen. Mittlerweile gibt es auch neue Funkstandards, die eine weitere Strecke überbrücken können.
Ein Bürgernetz über WLAN bietet in Dresden z.B. ein Bildungsverein namens FBN e.V. Auch die media construct GmbH und Dresden-Hotspot.de haben in einigen Gebieten von Dresden WLAN-Netze aufgebaut. Doch auch WLAN ist derzeit nicht für jedermann mangels Empfang möglich.

UMTS

Zunehmend stürmen die Handynetzanbieter wie z.B. Vodafone oder O2 mit UMTS-Angeboten in den Markt. Hier bekommt man für einigermaßen gute Konditionen eine Flatrate mit einer Geschwindigkeit bis zum 6-fachen einer ISDN-Leitung. In der Praxis werden allerdings oft nicht diese Geschwindigkeiten erreicht und so ist es keine wahre Alternative zu DSL.