DSL für Dresden

FORUM rund um Breitband-Internet in Dresden

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 4 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 13.05.2008, 17:38 
Offline
Site Admin

Registriert: 01.12.2005, 19:25
Beiträge: 842
Wohnort: Dresden - Striesen
DNN-online vom 13.05.2008:
Sachsen will Dörfer beim Anschluss an Daten-Autobahn unterstützen
http://www.dnn.de/aktuell/content/62245.html

Unkommentierte Kurzfassung: Es gibt kein Geld für Investitionen in Breitbandinfrastruktur, da sich "in knapp der Hälfte der untersuchten Gemeinden eine Erschließung auch ohne staatliche Förderung" rechnet. Jedoch können "Kommunen, Unternehmen und Antennengemeinschaften" Anträge auf Mittel für nicht-investive Ausgaben, z. B. Bedarfsermittlung, stellen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13.05.2008, 17:50 
Offline
Site Admin

Registriert: 01.12.2005, 19:25
Beiträge: 842
Wohnort: Dresden - Striesen
Nachtrag: Hier der Link zur Pressemitteilung http://www.medienservice.sachsen.de/news/30408 und zur angesprochenen Studie http://www.smul.sachsen.de/laendlicher_raum/1355.htm


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Jurk u. Wöller enttäuschen
BeitragVerfasst: 14.05.2008, 00:15 
Offline
Regular

Registriert: 12.04.2007, 13:36
Beiträge: 38
Wohnort: Dresden-Striesen
Jurks und Wöllers Schein-Aktionismus (vgl. die von Alex verlinkte DPA-Meldung) beruht offenbar auf dem Druck der Opposition, wie die nachfolgende Pressemitteilung der grünen Landtagsfraktion aus der vergangenen Woche zeigt. Die "Initiative" der Staatsregierung greift in der Tat heftig zu kurz. Wie viele Millionen und Milliarden sind ausgegeben worden für grandiose Straßenbauten in der Pampa, mit dem Effekt, dass die Leute jetzt noch schneller von dort weggehen. Zukunftsträchtige Arbeitsplätze brauchen eben oft auch schnelle Breitbandverbindungen, und ohne diese Art von Infrastruktur ist in der Pampa nicht viel zu machen. Nicht zuletzt deshalb haben beispielsweise in Bayern viele Kommunen in Kooperation mit der örtlichen Wirtschaft und Privatleuten selber die Leitungen verlegt. In noch dünner besiedelten Ländern wie Schweden wird die Breitbandversorgung von staatlicher Seite kräftig subventioniert, ansonsten würde das flache Land völlig verhungern.

Ich glaube, wir könnten für unsere wirtschaftliche Entwicklung mit manchem Schlagloch leben, aber ohne eine solide Internet-Anbindung geht's echt nicht mehr. Da geht's uns in der Stadt noch verhältnismäßig gut - Immerhin tut sich bei uns was mit DSL-Alternativen.

Hier noch die erwähnte Pressemitteilung der grünen Landtagsfraktion:

Nr.: 159/2008
Datum: 09.05.08



GRÜNE erreichen Teilerfolg für verbesserte Breitbandversorgung in Sachsen
-------------------------------------------------------------------------


Gerstenberg: Mit Verzicht auf öffentliche Förderung des Breitbandausbaus nimmt Staatsregierung Abkoppelung weiter Teile Sachsens fahrlässig in Kauf
----------------------------------------------------------------------------


Dresden. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat mit ihrer Forderung nach öffentlicher Förderung von Breitbandtechnologien in Sachsen einen Teilerfolg erzielt, auch wenn ihr entsprechender Antrag im heutigen Wirtschaftsausschuss von den Koalitionsfraktionen abgelehnt worden ist. In der kommenden Woche werden Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) und Landwirtschaftsminister Roland Wöller (CDU) eine Studie der TU Dresden zu Verbesserungen von Breitband-Internetangeboten im öffentlichen Raum vorstellen.


"Es ist erfreulich, dass die Koalition mehr als ein Jahr nach Einreichung des grünen Antrags für eine Breitbandoffensive in Sachsen das Problem der mangelhaften Versorgung mit schnellen Internetverbindungen im Freistaat zumindest anerkannt hat. Bis zur Umsetzung der Erkenntnis darf jetzt kein weiteres Jahr vergehen. Wir brauchen entschlossenes Handeln", erklärt Karl-Heinz Gerstenberg, Parlamentarischer Geschäftsführer und medienpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Fraktion.


"Ich bedaure, dass sich die Koalition nicht dazu durchringen konnte, unserem Antrag zuzustimmen, der Möglichkeiten einer besseren Breitbandversorgung aufzeigt", so der Medienpolitiker.
"Mit dem Verzicht auf eine öffentliche Förderung des Infrastrukturausbaus nimmt die Staatsregierung eine Abkoppelung weiter Teile Sachsens von der Breitbandversorgung fahrlässig in Kauf."


In einer von den GRÜNEN beantragten Öffentlichen Anhörung hatten die Sachverständigen ebenfalls auf ein stärkeres Engagement des Freistaats gedrängt.
Dennoch hatte sich Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) in seiner Stellungnahme zum Antrag gegen eine öffentliche Förderung ausgesprochen.


Gerstenberg verweist in diesem Zusammenhang auf die zunehmende Förderung des Ausbaus in anderen Bundesländern: "Offenbar ist man sich dort des Wettbewerbsnachteils einer mangelhaften Breitbandversorgung bewusst und legt entsprechende Programme auf. Die Zurückhaltung der Staatsregierung wird zum echten Problem für Sachsen, das bereits jetzt den Anschluss zu verlieren droht."


Hintergrund:
------------
Der Antrag der Fraktion beinhaltete die verstärkte Förderung der Technologie für schnelle Internetverbindungen im Rahmen einer Breitbandoffensive. Dem zufolge sollte der Ausbau der Breitbandtechnologien im ländlichen Raum öffentlich gefördert werden. Darüber hinaus behandelte er die Möglichkeit der Nachfragestärkung durch die vollständige Ausstattung der öffentlichen Verwaltungen, Kindergärten und Schulen mit Breitbandtechnologien.


Der Antrag: "Breitbandoffensive Sachsen: Breitbandtechnologien demographiegerecht ausbauen - digitale Kluft verringern" (Drs. 4/8247)
Link: http://www.gruene-fraktion-sachsen.de/f ... 1_1_4_.pdf


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: SZ-Bericht
BeitragVerfasst: 14.05.2008, 10:55 
Offline
Regular

Registriert: 12.04.2007, 13:36
Beiträge: 38
Wohnort: Dresden-Striesen
Heute 14.5. kam noch in der SZ folgender Bericht:

Menschen auf dem Land sollen schnelleres Internet erhalten

Die sächsische Staatsregierung will Dörfer besser vernetzen – und stellt dafür mehr als eine Million Euro bereit.

Robert Reuther

Randy Schneider aus Frauenstein im Erzgebirge hat ein Problem. Wenn der Inhaber von Schneiders Elektronik Service die Internetseiten seiner Kunden in Berlin per Fernwartung betreuen will, kann er dies nicht vom heimischen Computer aus tun. Sein normaler ISDN-Festnetzanschluss ist zu langsam.
Der Internet-Experte muss mit Laptop und Handy auf einen zwei Kilometer entfernten Berg fahren, um sich dort über UMTS-Funknetz eine schnellere Internetverbindung aufzubauen. „Das ist eine Katastrophe. Ohne einen Breitbandinternetzugang ist ein gescheites Arbeiten heutzutage kaum möglich“, schimpft Schneider.
Das ist auch Umweltminister Roland Wöller (CDU) und Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) bewusst. „Wir wissen, dass es auf dem Land Versorgungslücken gibt“, sagt Jurk. Deshalb hat die Staatsregierung eine Initiative für schnellere Internetzugänge in ländlichen Regionen gestartet. Ab sofort sollen Dörfer finanziell unterstützt werden, die sich um einen Anschluss an die Breitbandversorgung bemühen. Ziel ist es, Gebiete außerhalb der Metropolen auch dadurch für Wirtschaftsunternehmen interessanter zu machen.

Viele Wege zum Datenturbo

In einer Studie hat die Technische Universität Dresden in zwölf Dörfern Möglichkeiten für Anschlüsse untersucht, darunter in den ostsächsischen Orten Pechern, Lache und Schönbach. 93 Prozent der Haushalte im Freistaat könnten demnach über ein Breitbandinternet verfügen. Einen einheitlichen Weg, um Orte in ländlichen Gebieten mit diesem Hochgeschwindigkeitszugang zu versorgen, gibt es allerdings nicht.
Abhängig von Siedlungsstruktur, topografischer Lage, Einwohnerzahl und Nachfrage müsse die effektivste technische Möglichkeit zur Versorgung gefunden werden. Ob über UMTS, DSL, Glasfaser, Richtfunk oder Koaxialkabel – die Erschließungsvarianten seien individuell, sagte Jurk.
Die Förderung der „Breitbandinitiative ländlicher Raum“ wird in zwei Etappen starten. Ab sofort können Dörfer mit Unterstützung des Freistaates feststellen, ob überhaupt der Bedarf am schnellen Internet vorhanden und welche Technologie die sinnvollste dafür ist. Belegt diese Berechnung, dass eine Breitbanderschließung nicht wirtschaftlich ist, soll es weitere staatliche Hilfe geben, um die Differenz auszugleichen. Dazu stünden in diesem Jahr mehr als eine Million Euro bereit, so Wöller.

Jahre bis zum schnellen Netz

Bis die Dörfer an das schnelle Internet angeschlossen sind, werden oft noch Jahre vergehen. Bei der technischen Umsetzung sind die Gemeinden auf die Telekommunikationsunternehmen angewiesen. Und für die rechnet es sich oft nicht, teure Netze für wenige Kunden auf großer Fläche zu knüpfen.
Die Branchengrößen Deutsche Telekom AG und Vodafone setzen darum auf die Zusammenarbeit mit Kommunen. Laut Richard von Wagner, Pressesprecher von T-Mobile, wurde erst Ende März mit Rötha im Kreis Leipziger Land eine Kooperation vereinbart. Die Gemeinde beteiligt sich an den Kosten, die die Telekom für den Breitbandausbau aufbringen muss. Die liegen zwischen 30 000 und 150 000 Euro. Auch Vodafone nutzt diese Form der Kostenminderung.
Dennoch rechnen sich schnelle Netze in manchen Regionen auch bei Förderung nicht. Randy Schneider wird wohl noch lange auf den nächstgelegenen Berg fahren müssen, um zu arbeiten.

Drei Alternativen zum DSL-Anschluss

*SATELLIT
Die Daten werden über eine Satellitenantenne empfangen. Das Versenden erfolgt über vorhandene Telefonleitungen, weshalb es langsam ist. Neben Telefongebühren fallen Grundgebühren an.
* Fazit: Alternative für Orte ohne jeglichen Breitbandzugang.

* UMTS
UTMS ist die mobile Breitbandtechnik, die man über ein UMTS-fähiges Handy und Laptop-Modem-Karten nutzen kann. Es ist schnell, doch noch nicht flächendeckend verfügbar. Die Kosten sind überschaubar.
* Fazit: Der mobile Breitbandweg ins Internet.

* WIMAX
Wimax umfasst funktechnische Verfahren zur Datenübertragung, ähnlich dem Mobilfunk. Ein Sendemast hat eine Reichweite von 50 Kilometern. Beispiele für Wimax sind öffentliche Hotspots.
* Fazit: Alternative, wo kein Kabel-DSL möglich ist. (SZ)
-------------
Wie gesagt: Wenn Randy Schneider ordentliche Breitbandverbindung hätte, würde er sicher manches Schlagloch in Kauf nehmen.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 4 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de