DSL für Dresden

FORUM rund um Breitband-Internet in Dresden

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BeitragVerfasst: 04.05.2007, 08:31 
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Liebe Forengemeinde von "DSL für Dresden",

die Initiative gegen digitale Spaltung richtet eine Petition an das Europäische Parlament, um breitbandige Internetanschlüsse als Universaldienstleistung für jeden EU-Bürger so selbstverständlich zu machen wie heute das Telefon.

Unter www.petition.geteilt.de könnt ihr diese Petition unterstützen, indem ihr euch in die Liste eintragt. Bitte macht davon Gebrauch.

Vielen Dank !!!

Ronny


Zuletzt geändert von rproft am 08.07.2007, 20:52, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 04.05.2007, 10:46 
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Mal eine etwas egoistische Sicht dazu. Wenn man diese Petition auf Europäischer Ebene anstrebt, regt man ja an, damit vor allem in den am wenigsten ausgebauten Gebieten die stärksten Anstrengungen vorzunehmen. Und darunter fällt dann sicher keine Region Deutschlands mehr, sondern Rumänien, Slowakei,... Man mag mir fehlende Nachhaltigkeit unterstellen, aber das interessiert mich mal Null. Noch dazu fällt auf, dass die Verfasser der Petition sich da wohl nur an Entwicklungen in Deutschland orientiert haben. Auf gesamteuropäischer Ebene müsste man sich wohl ganz anders aufstellen.

Und selbst wenn auf EU-Ebene kein Förderprogramm aus sowas entstehen würde, sondern das auch gern verwendete Sinnloskonzept der Leitgesetzgebung, hätte man auf nationaler Ebene nicht viel davon zu erwarten. Unsere Bundesregierung hätte sicher genug Initiativen und Programme, die sie dafür vors Loch schieben könnten. Weiß auch nicht warum man mit sowas immer zu den obersten Instanzen schießen muss, wahrscheinlich ist es auf EU-Ebene wohl besonders einfach. :wink:

Naja muss jeder selber wissen, ich unterschreib sowas nicht. Noch dazu weil ich denke das die Kommunikationstechnologiebranche sich nach wie vor sehr gut selber vorantreibt, auch wenn es aufgrund marktwirtschaftlicher Entwicklungen hier und da etwas länger dauert. Das wird ja auch in Punkt 2 der Petition angesprochen und da wird dann mal eben frei behauptet, dass diese Entwicklung so nicht stattfinden würde. Schön das die das so sehen. Wo ist die Quelle/Untersuchung/Studie (natürlich für die gesamteuropäische Ebene)? Sinnlose Standards und Texte der EU haben sie mit Quellen versehen. Wahrscheinlich haben sie die einfacher gefunden. Wird wohl mit so schwacher Begründung nicht viel Gehör finden, der hübsche Kurztext da.


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BeitragVerfasst: 04.05.2007, 11:02 
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Audax hat geschrieben:
... ich denke das die Kommunikationstechnologiebranche sich nach wie vor sehr gut selber vorantreibt ...

:roll: Das sind man jetzt am Beispiel der Deutschen Telekom AG. VDSL soll ausgebaut werden, aber nur, wenn die Telekom dafür für eine gewisse Zeit das Monopol behält. Deutschland hat dies gesetzlich geregelt, bekommt jetzt aber von der EU eine Klage an den Hals, da das neue Telekommunikationsgesetz gegen EU-Richtlinien (Monopolstellung) verstößt. Wenn die EU damit in Deutschland durchkommt (ist anzunehmen), wird die Telekom wohl auch nicht in Größenordnungen VDSL ausbauen, um dann den Wettbewerbern die Geschäfte zu überlassen. Oder?

Die Frage ist nun, wie man aus dieser misslichen Lage rauskommt ...

Audax hat geschrieben:
... Wird wohl mit so schwacher Begründung nicht viel Gehör finden, der hübsche Kurztext da.

Du hast sicherlich Recht. Die Chancen auf dieser Ebene etwas Großes zu bewegen, sind wohl eher gering. Aber wenn man sich nur pessimistisch in die Ecke setzt und nichts tut, wird erst recht nichts passieren. Und wenn diese Petition nur das erreicht, dass sie durch die deutsche Presse geht und wir "DSL-losen" in Berlin erhört werden, ist doch auch nicht so schlecht.

Und wie du schon sagst, jeder kann selber entscheiden, ob er seinen Namen unter die Petition setzt oder nicht.

Ronny

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BeitragVerfasst: 09.05.2007, 12:19 
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Ich halte diesen Weg, Politik für Breitband machen bzw. beeinflussen zu wollen für völligen Quatsch und aussichtslos. Was nicht heißt, dass ich was gegen Petitionen hätte. Aber sie sind das Instrument für andere Anliegen.

1. Nachdem die erste sog. Petiton vom Mai letzten Jahres bei Deutschen Bundestag komplett in die Hose ging, kaum jemand unterschrieb - es sollen 500 Leute gewesen sein, es heißt, es gebe 1 Million unfreiwillige Schmalbandnutzer - nun also im Mai 2007 die europäische Ebene, und wenn das nicht klappt, dann im Mai 2008 vielleicht UNO-Truppen? Wenn man sich die Argumentation der Initiatoren ansieht, so scheine sie jedenfalls nichts aus ihrem Scheitern gelernt zu haben.

2. Wie jedes andere gewöhnliche Interesse ist auch das Interesse zugunsten einer politischen Initiative für eine allgemeine Breitbandversorgung eines, für das man in der Politik um viel und starke Unterstützer werben muss. Ansatzweise habe ich aus gegebenem Anlass bei kein-DSL mal einen Weg skizziert. Davon ist bei den Petitionsinitiatoren nichts zu sehen, vermutlich weil sie einfach keinen Schimmer von politischen Mechanismen haben. Denn sonst hätten sie sich spätestens in der zweien Hälfte des vorigen Jahres in das Thema reingehängt, als die Abgeordneten des Deutschen Bundestages die Novellierung des Telekommunikationsgesetzes vorbereiteten, wo durchaus über die Aufnahme von Breitband nachgedacht wurde.

3. Was mich massiv an der sog. Petition stört ist, dass den Schmalbandopfern Handeln vorgetäuscht wird, ein Handeln, das tatsächlich zu ihrem eigenen Nachteil ist.

a) An keiner Stelle klären die Initiatoren die Petenten darüber auf, dass durch ihre Petiton im (sehr theoretischen) Erfolgsfall frühestens in zehn Jahren irgendeine Form der Erschließung erfolgt. Allein der politische Prozess von Annahme der Petiton, Gießen in eine Richtlinie, Übernahme in nationale Gesetzgebung wird sechs Jahre dauern, mindestens. Dann muss der Ausbau der Infrastruktur erbracht werden, der für abgeschiedene Orte bei drahtgebundenem Ausbau mit Sicherheit denselben Zeitraum beanspruchen wird.

b) Viele Leute unterschreiben die sog. Petition, weil es bequemer ist, mal eben im Netz eine Unterschrift zu leisten, statt wirklich Initiative zu ergreifen. Wirklich Initiative, das ist etwas wie ronnys und alex' DSLfürDresden, unser DSLnachPankow und die vielen Initiaitven in großen und kleine Städten, in Dörfern und auf dem Land, die früher oder später aber definitv nicht erst in zehn Jahren erfolgreich sind. Die brauchen Unterstützung, es gibt Orte, wo so etwas überhaupt erst initiiert werden muss. Das ist eigentlich die Aufgabe derjenigen, die sich zurücklehnen und daran glauben, dank der Petition in Brüssel könnten sie demnächst den Splitter an die Telefondose hängen.

4. Ich bin ohnedies im Zweifel, ob die sog. Petition überhaupt die formalen Anforderungen für ihre Annahme erfüllt.

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Zuletzt geändert von Flora am 12.05.2007, 10:40, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 09.05.2007, 18:45 
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Danke für die ausführliche und fundierte Argumentation. Das Hauptproblem was ich für die politische Schiene sehe ist, dass ich bis jetzt _kein_, d. h. nicht nur kein richtig brauchbares, sonder überhaupt kein Konzept gesehen habe wie man die Breitbandsituation mit Druck über die Politik verbessern kann.

Auf politischer Ebene die Forderung nach einer Versorgungspflicht aufzustellen ist aus meiner Sicht immer daran gebunden, dass es jemanden gibt der für die Erfüllung dieser Pflicht verantwortlich ist und den man im Zweifelsfall in Regress nehmen kann.

Bund/Ländern mit einem entsprechenden Auftrag des Gesetztgebers auszustatten halte ich nicht für erfolgversprechend. Ich denke nicht dass es gewollt/durchsetzbar/sinnvoll/effizient ist, ein Staatsunternehmen auf die Beine zu stellen das Kabel zieht. Das gab es schon, beim Telefon hats funktioniert, das das heute noch geht... da hab ich meiner Zweifel.

In D läuft fast alles darauf hinaus, für die Wirtschaft geeignete Anreiz-/Sanktionsinstrumente zu schaffen (Förderung, Steuerbefreiung, Auflagen ...) Diese würden einen massiven Eingriff in den Telekommunikationsmarkt bedeuten. Da ich sowohl in Volks- auch als in Betriebswirtschaftlicher Hinsicht nur ein sehr laienhaftes Verständnis habe ist mir völlig unklar wie sowas aussehen kann. Anderen aber offensichtlich auch.


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BeitragVerfasst: 11.05.2007, 19:52 
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Zuletzt geändert von governet am 01.07.2007, 00:46, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 11.05.2007, 21:18 
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Datenautobahnen statt Straßenbau

Es scheint in diesem Forum Einigkeit zu herrschen, dass die Breitbandanschlüsse schneller ans Netz müssen und, wenn's geht, so bald als möglich flächendeckend.

Tja, da müssen wir uns dann wohl auch zu der Aussage durchringen, dass im Interesse der Wirtschaft und der Bürger eine ordentliche Verkabelung wohl Vorrang haben muss vor dem Ausbau der letzten Dorfstraße in Sachsen. Das kapieren wohl die meisten, doch die Sächsische Staatsregierung setzt in Sachen Infrastruktur nach wie vor fast allein auf Straßenbau.

Gerade kürzlich haben die wieder Gelder aus dem EU-Infrastrukturfonds (EFRE) beantragt - praktisch nur für Beton und Asphalt. Dabei sind die Holperstrecken, die die Bürger und die Wirtschaft behindern, längst die nervig langsamen Netzverbindungen. Und Förderung wäre wohl auch für die elektronische Infrastruktur drin.

Lasst's uns daher unserem Abgeordneten oder Minister sagen:
Datenautobahnen statt Straßenbau!


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BeitragVerfasst: 12.05.2007, 00:43 
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hansböheim hat geschrieben:
Lasst's uns daher unserem Abgeordneten oder Minister sagen: Datenautobahnen statt Straßenbau!
Die Grünen haben am 13. März 2007 mit dem Antrag 04/8247 im Sächsischen Landtag einen Antrag zu einer Breitbandoffensive für den Freistaat gestellt. Unter dem Datum vom 5. April liegt die Einlassung des Sächsischen Wirtschaftsministeriums vor (pdf, 140 KB). Darin heißt es:

Bild

Bevor jetzt Euphorie in Sachen Unterstützung ausbricht, ist allerdings darauf hinzuweisen, dass die Sächsische Staatsregierung keine direkte Infrastrukturförderung leisten will. Hier hat sie ganz ohne Frage noch Nachholbedarf.

Bild

Aber parallel zur politischen Arbeit, hier den Standpunkt zu verändern ("Lasst's uns unserem Abgeordneten oder Minister sagen: Datenautobahnen"), sollten Initiativen in Zusammenarbeit mit wirtschaftlichem oder kommunalem Breitbandbedarf vor Ort jetzt über den oben aufgezeigten Umweg breitbandabhängiger Dienstleistungen Unterstützung des Ministeriums in Anspruch nehmen, die zu Auswegen aus der Schmalbanddiaspora führen. Die Auffahrten zur sächsischen Datenautobahn liegen in den sächsischen Orten und in Dresden, nicht in Brüssel.

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BeitragVerfasst: 12.05.2007, 15:51 
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BeitragVerfasst: 12.05.2007, 16:05 
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governet hat geschrieben:
Zu 3b) Bitte Links zu Beispielen von Gemeinden
Guck zB bei kein-DSL in den Bereich Regionale Initiativen » Erfolgreiche Projekte. Hier ein paar Beispiele völlig unterschiedlicher, aber immer erfolgreicher Breibandinitiativenkonzepte.

Meudt im Westerwaldkreis mit Expansionsoption nach: Ettinghausen, Leuterod, Moschheim, Oberahr, Ötzingen, Hartenfels, Helferskirchen-Niederdorf, Mogendorf, Niederahr, Siershahn, Vielbach, Arnshöfen, Dreifelden, Ewighausen, Freilingen, Kuhnhöfen, Niedersayn, Steinen, Weidenhahn, Wölferlingen, Berod, Bilkheim, Dreikirchen, Elbingen, Hahn, Härtlingen, Herschbach, Hundsangen, Kaden, Langenhahn, Mähren, Meudt, Molsberg, Obererbach, Salz, Steinefrenz, Wallmerod, Weroth, Zehnhausen
Main-Spessart: Lohr, Steinbach, Neuendorf, Nantenbach, Gemünden-Langenprozelten, Pflochsbach-Rodenbach
Finning
Freialdenhoven
Gemeinde Sternenfels
Massenbachhausen

Wieso muss ich eigentlich Deine Hausaufgaben machen? Anderseits: Was erwarte ich von jemandem, der mit einer Laienspielschar Unotruppen rufen will und der behauptet, Breitbandinitiativen gebe es nur in Deutschland, dass er selbstständig in der Lage ist, erfolgreiche regionale Gemeindeinitiativen zu recherchieren.

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BeitragVerfasst: 12.05.2007, 19:43 
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BeitragVerfasst: 16.05.2007, 17:24 
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@governet: Da Du in anderen Forenbereichen bisher nicht aufgetreten bist, gehe ich davon aus, dass Du nur wegen diesem Thread hier teilnimmst. Wenn Du an der Durchführung bzw. Entwicklung der oben verlinkten Petition beteiligt bist, wäre es als erstes mal angemessen gewesen dementsprechend Position zu beziehen.

Ansonsten hab ich den Eindruck, dass Du mit Flora schon an anderer Stelle diskutierend zusammengetroffen bist. Vielleicht wäre es dann auch nett, die Diskussion an dieser Stelle fortzuführen.

Wie auch immer, mir erscheint die Kritik von Flora berechtigt. Nicht nur, dass die Ebene der EU als vollkommen falscher Adressat angesehen werden muss, ist die Petition auch mit scheinbar wenig Arbeitseinsatz erstellt worden. Selbst bei sehr großer Anzahl von Unterschriften wäre dadurch wohl zu befürchten, dass man keinen Erfolg erzielen würde.

@hansböheim: Aus mehrjähriger Erfahrung kann ich feststellen, dass die Förderstrukturen der EU sehr enge Grenzen setzen. Da kann Fördergeld nicht für beliebige Zwecke eingesetzt werden. OK, ich kenn allerdings den konkreten Fall nicht. Persönlich bin ich jedenfalls mit dem Ausbau der letzten Dorfstraße in Sachsen sehr einverstanden. Wir sind hier noch lange nicht auf einem akzeptablen Ausbaustatus angekommen.

Und dann wollen wir mal nicht überzogene Anforderungen an die Netzverbindungen setzen. Es gibt momentan überhaupt keine Not, jeden Bürger mit mehreren MBit-schnellen Anschlüssen auszustatten. Was man für seine Freizeit gerne hätte steht auf einem anderen Blatt (und selbst da kann man ja zu einem schnellen Internetanschluss hin umziehen :wink: ). Außerdem braucht man auch nicht so zu tun, als würde gar nichts passieren. Auch wenn an einigen Stellen noch Lücken exisitieren, wurde und wird viel getan. Ihr müsst doch nur mal überlegen von welchen kurzen Zeiträumen man hier spricht. Was gab es denn vor 10Jahren im Durchschnitt?

Mal davon abgesehen, wem sollte man denn Fördermittel für Aktivitäten des Kommunikationsnetzausbaus in die Hand drücken? Die Netze sind in der Hand privater Unternehmen. Jegliche Beteiligung von staatlicher Seite wäre wohl nicht mehr als Wettbewerbsverzerrung.


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BeitragVerfasst: 20.05.2007, 09:34 
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BeitragVerfasst: 20.05.2007, 12:35 
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Hut ab vor der Arbeit, die Du Dir mit dem letzten Artikel gemacht hast. So weit treibe ich es jetzt nicht mehr, da es ja auch zu keinem Ergebnis führt.

Nur mal kurz noch ein paar Ergänzungen von meiner Seite.
1. Das Umziehen, hin zu einem verfügbaren Breitbandanschluss, meinte ich doch ernster als es mit dem Smiley dann wirkte. Ich persönlich wäre bereit dazu und auch andere hier im Forum haben diese Bereitschaft schon kundgetan. Wenn es z.B. der Job erfordert kann man eben nicht noch paar Jahre warten. Sollten dabei Falschaussagen bezügl. Verfügbarkeit gemacht werden ist das sicher tragisch, aber wohl der Einzelfall. Persönlich werde ich auf sowas bei meinen nächsten Umzügen wohl genauer achten, da es auch mich hier in DD-Striesen überrascht hat. Die Verfügbarkeitsanzeige stimmte allerdings mit ihrer Negativaussage.

2. Auch wenn volkswirtschaftliche Modelltheorien belegen, dass die Selbststeuerung der Märkte beiweiten nicht so idealtypisch erfolgt, ist man hier weit davon entfernt von einem Versagen dieser Mechanismen sprechen zu können. Und ich finde es schon witzig, wie Du mir so beiläufig Wissen aus der VWL um die Ohren hauen willst und dabei selber nur auf platte Allgemeinaussagen zurückgreifst. :wink:

3. Ja, ich habe einen recht gut nutzbaren "Breitband"-Anschluss. Trotzdem gönne ich ihn auch anderen. Nur mit so einer Petition werden die ihn nicht bekommen. Es fehlt einfach vollständig an einer aussagekräftigen Studie, die die Problemfelder konkret offenlegt und Konsequenzen daraus darstellt. Und wenn man auf EU-Ebene eine Petition anstrengt, dann müsste wohl auch EU-weit Material gesammelt werden. Da braucht man nicht mit Newsmeldungen kommen und auch nicht mit Forenbeiträgen (zumindest nicht unsystematisch gesammelt). Ohne derartige Grundlagen wird es nicht viel Gehör finden und auch nicht zum nachdenken anregen. Da ist es wirklich schade um jede Unterschrift.

Ich persönlich bin wirklich "Internet-Freak" und nutze jede neue Entwicklung in täglich mehrstündiger Internetnutzung. Wenn ich Zeit, Mittel oder sonstige Möglichkeiten hätte, sinnvolle Initiativen in dieser Richtung zu unterstützen, würde ich das auch jederzeit machen. In vielen Regionen (wie hier z.B. in DD) wird aber auch auf hohem Niveau gejammert. Sollte wirklich keine Alternative, nichtmal die wieder mehr und mehr verfügbaren Schmalband-Pauschal-Tarife, vorhanden sein, ist es allerdings wirklich hart.

Zitat:
Man denke da nur an eGovernment, Informationsbeschaffung, Anforderungen durch die Schule, etc. Sicherlich mag dich dies nicht betreffen, aber andere, auf denen du deine Meinung projezierst ohne ein bischen nachzudenken

Momentan schreib ich meine Diplomarbeit und bin daher wohl recht gut "betroffen". Sind alles keine Sachen, die nicht auch mit einem ISDN-Zugang zu erledigen wären. Sicher weniger bequem aber problemlos möglich. Noch dazu sind Dinge wie eGovernment weitestgehend in frühen Entwicklungsstadien und werden wohl noch auf lange Zeit hinaus nur als Supplement zu den Offline-Diensten zur Verfügung stehen. Für die Informationsbeschaffung stehen für jedermann kostenlose Internetzugänge in den meisten staatlichen Bibliotheken bereit. Dazu erhält man Informationsangebote aus Fachdatenbanken, die in diesem Umfang und Qualität wohl im nächsten Jahrzehnt nicht frei im Internet verfügbar sein werden.


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BeitragVerfasst: 20.05.2007, 21:28 
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Weil es an diesem Punkt Rückfragen gab: Ja, es ist offenbar nicht von vorneherein ausgeschlossen, dass auch Telekommunikations-Infrastruktur förderfähig seitens der EU ist. Zu diesem Thema exakt eine jüngere Pressemitteilung der Grünen im Sächsischen Landtag:

"Nr.: 161/2007
Datum: 07.05.07
GRÜNE werfen Jurk Untätigkeit beim Ausbau schnellerer Internetzugänge vor
------------------------------------------------------------------------

Wirtschaftsminister riskiert ganze Täler der Ahnungslosen
---------------------------------------------------------

Dresden. Die GRÜNEN im Sächsischen Landtag werfen der Staatsregierung Untätigkeit bei der Versorgung mit Breitbandanschlüssen vor.

Ein Antrag der Fraktion fordert die verstärkte Förderung der Technologie für schnelle Internetverbindungen im Rahmen einer Breitbandoffensive Sachsen.
"Der schnelle Datenaustausch mit hohen Übertragungskapazitäten wird immer wichtiger für den einzelnen Bürger wie für die Wirtschaft", so Karl-Heinz Gerstenberg, Parlamentarischer Geschäftsführer der GRÜNEN-Fraktion.
"Weite Teile Sachsens haben jedoch noch immer keinen Zugang zu preisgünstigen und unkomplizierten Breitbandverbindungen und drohen von der Entwicklung abgekoppelt zu werden. Die Staatsregierung scheint sich in dieser Frage allerdings weder einig noch dem Ausmaß der Problematik voll bewusst. Während Umweltminister Tillich vor einer Abkopplung des ländlichen Raum warne, verweigere Jurk staatliche Maßnahmen."
In einer Stellungnahme zu dem GRÜNEN Antrag lehnt der Wirtschaftsminister jegliche öffentliche Förderung für den Infrastrukturausbau ab und warnt, dass bereits die Diskussion über staatliche Maßnahmen zu einem Ausbaustopp führen könnte.
"Wenn Wirtschaftsminister Jurk ein Diskussionsverbot erlässt und die Versorgung mit Breitbandtechnologien vollständig dem Markt überlassen will, riskiert er ganze Täler der Ahnungslosen", so Gerstenberg. "Damit leistet er der ohnehin starken Abwanderung junger und gut gebildeter Menschen aus den ländlichen Gebieten Vorschub."
Um diese Entwicklung zu vermeiden, fordert Gerstenberg gezielte staatliche Maßnahmen mit dem Ziel einer flächendeckenden Breitbandversorgung. "Dort wo unkomplizierte und preiswerte Breitbandtechnologien nicht verfügbar sind, weil für die Unternehmen nicht kurzfristige Gewinne zu erzielen sind, ist Marktversagen festzustellen, bei dem der Staat einspringen muss. Das ist für die skandinavischen Länder oder die Schweiz selbstverständlich."
Dem GRÜNEN Antrag zufolge müsse sich der Ausbau der Breitbandtechnologien an erprobten Modellen orientieren. "Die Förderungspraxis für den öffentlichen Nahverkehr zeigt, dass sich mit Ausschreibungs- und Wettbewerbsinstrumenten Markt und öffentliche Verantwortung vereinbaren lassen." Darüber hinaus sind dem technologiepolitischen Sprecher zufolge Nachfragestärkungen durch die vollständige Ausstattung der öffentlichen Verwaltungen, Kindergärten und Schulen mit Breitbandtechnologien notwendig.
Mit den Forderungen geht der Antrag weit über die von Umweltminister Tillich kürzlich angekündigte Förderung hinaus. Dessen Vorschläge bezeichnet Gerstenberg als unzureichend. "Tillich hat lediglich einen Teil des Problems erkannt, wenn er die Breitbandversorgung in ländlichen Gebieten fördern will. Der Mangel an schnellen Internetverbindungen betrifft ebenso mittlere Städte und sogar Teile Leipzigs und Dresdens und damit Dienstleistungszentren, die dringend auf den Ausbau der Technologie angewiesen sind."

Gerstenberg fordert nun die Staatsregierung auf, zügig die Umwidmung von EFRE-Mitteln von Straßenbau zu Breitbandinfrastruktur zu prüfen. "Es würde geradezu absurd anmuten, wenn mit europäischen Geldern, die mit dem Ziel einer zukunftsfähigen Entwicklung verbunden sind, die letzte Dorfstraße asphaltiert wird und der Ausbau von Datenautobahnen links liegen bleibt," so Gerstenberg.

Der grüne Antrag 'Breitbandoffensive Sachsen ...' (Drs. 4/8247)
http://www.gruene-fraktion-sachsen.de/f ... 1_1_4_.pdf

Die Stellungnahme der Staatsregierung zum Antrag
http://www.gruene-fraktion-sachsen.de/f ... ierung.pdf

Aussagen von Staatsminister Tillich vom 10.04.07 (siehe oben)
http://www.gruene-fraktion-sachsen.de/f ... itband.pdf "
(Zitat Ende)

Zugegeben, mit der Initiative wird nicht vordergründig auf Dresden gezielt, aber wie ich an anderer Stelle schon sagte: Auch in Dresden sind Breitbandverbindungen wichtiger (und vor allem billiger) als so manches Straßenbauprojekt.


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